Mittwoch, 6. Mai 2015

Lost Places, oder der morbide Charme des Verfalls.

Hallo Besucher,

gerne begleitet mich bei meinem Streifzug durch die Stadt, ich habe Plätze fotografiert, denen der Zahn der Zeit seinen sichtbaren Stempel aufdrückt.
Die Melancholie dieser Orte, denen Witterung, Sprayer, Tiere, Unkraut zusetzen, ergeben einen spannungsreichen Kontrast zu ihrem instandgehaltenen Umfeld. 





Geschlossen!







Ihres Zweckes beraubt, geben diese verlorengebenen Plätze Resourcen frei für das Verborgene, welches im Modernden,Wuchernden Verbündete findet.








Es grünt im Rost, des ehemaligen Kriegsfischkutters "Seelust".







An Deck der vermutlich  auf den Abwracker wartenden "Seelust",welche 1942 auf der Burmester Werft Swinemünde - Ost gebaut wurde und die am 31. August, 2013 zusammen mit dem Festmacherboot "Smietlos"  sank. Festgemacht, am Westkai im Fischereihafen. Vermutet wird, das dies durch Ausfall der Pumpen geschehen ist. Das Wrack wurde mittels des Schwimmkrans "Enak" aus dem Wasser geholt und zu einem Grundstück an der Dornhaistraße gebracht.

Nun, in ihrem 2. Jahr als Schiffswrack befindet sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium des Verfalls.








Schiffsschraube










Leiterfunktion ?







Die Wahrnehmung des Betrachters trennt sich vom Zweck und es eröffnen sich ihm mannigfaltige Formen und Farben.






Ab und an werde ich die "Seelust" wieder besuchen und entweder das fortschreiten ihrer Verwandlung fotografieren oder das Schiffswrack nicht mehr vorfinden. Bei letzterem, hat sie das Schicksal letztlich ereilt und sie wurde abgewrackt. 

Als Fotografin wünsche ich mir nur, das dieser Tag nicht so schnell kommen möge und der morbide Charme des weiteren Verfalls dieses ehedem vielseitigen,  robusten Schiffstyps sich weiter mit Grün im Rost entfalten kann.







Seelust, am 28. April 2015






  Auch der frühere Kriegsfischkutter KFK 185, welcher seit 1998, als schwimmendes Restaurantschiff  "Wilhelm Peter"  im Fischereihafen an der Kaje festgemacht war, ist wegen des maroden Rumpfes, am 03. Februar, 2015 mit einem Schwimmkran aus dem Wasser gehoben worden und liegt nun voraussichtlich endgültig  als Schiffswrack, zurzeit auf einem Balken im Fischereihafen hinter einem Bauzaun.



Noch heute fahrend, ist der 1941 als Kriegsfischkutter in Wolgast gebaute und 2010 durch seinen Eigner Andre Hanzens, in einen Toppsegelschoner umgebaute "Avatar". Auf diesem hochseetüchtiger Segelschiff  können auch Nicht-Seeleute aktiv mitsegeln.







Während des 2. Weltkriegs gebaut wurde nur der Rumpf dieses Kriegsfischkutters fertiggestellt. Als Kriegsbeute wurde es dann von den Briten in eine Bermuda-Ketsch mit 2 Masten umgebaut. Die "Nordwind" ist als Schiffstyp ein modifizierter Kriegsfischkutter. Sie fuhr von 1956 bis 2006, für die Deutsche Marine.


Derzeit  und nach einer Werftinstandsetzung 2009, bei der Neuen Jadewerft, wurde der Traditionssegler vom Deutschen Marinemuseum, dessen Stiftung das Schiff gekauft hatte, wieder in Dienst gestellt. Es kann für Tagesfahrten und Langfahrten gebucht werden.



Ich hoffe Ihr findet Gefallen an meinen Lost Places Aufnahmen mit Erläuterungen, das würde mich sehr freuen und ich wünsche Euch einen angenehmen Tag.


Eure Gabriele


Quellen

Wikipedia/ Kriegsfischkutter
JadeweserPort-Cup
Deutsches Marinemuseum 










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